Die umfassend modernisierte Weströhre des St.-Pauli-Elbtunnels in Hamburg wurde am 4. Mai 2026 nach mehrjähriger Bauzeit feierlich wieder in Betrieb genommen. Das über ein Jahrhundert alte Bauwerk wurde mit großem Aufwand instandgesetzt, um seinen historischen Charakter als Wahrzeichen der Stadt zu bewahren. Die Weströhre soll auch für Fußgänger und die touristische Nutzung sowie als Veranstaltungsort „Eventröhre“ genutzt werden.
Im Zuge der Sanierung wurde die Tunnelröhre bis auf die Stahltübbinge freigelegt und nach teilweisem Austausch der Nieten und Neuerstellung der Bleifugen zwischen den Tübbingen, wurde die Stahlbetonschale neu erstellt. Diese ist, um genügend Ballast gegen den Auftrieb zu erhalten als Schwerlastbeton hergestellt.
Die Fliesen wurden in einem aufwendigen Fertigungsprozess originalgetreu neu hergestellt und unter Aufsicht der Denkmalpflege wieder auf der Stahlbetonhülle verlegt.
Die restaurierten Fischreliefs sind an den alten Standort wieder in den Fliesenbereich eingesetzt.
Die Granitbordsteine sind die Originalbordsteine, die ebenfalls an ihrem Ursprungsort eingebaut wurden.
Die Weströhre wurde, wie bereits in der Oströhre mit der modernsten Technik von Rauchmeldern, über Lautsprecher bis zu einem automatischen Zählsystem ausgerüstet.
Die Arbeiten in der Weströhre erstreckten sich über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren.
Mit der Fertigstellung der Weströhre sowie der Erstellung der westlichen Treppe im Schachtgebäude St. Pauli, ist die aufwendige Restaurierung des denkmal-geschützten Alten Elbtunnels nach 16 Jahren nun vollständig abgeschlossen.
Fotos erstellt von Jan Sieg.